Auf der Suche nach den heimischen Pilzen

Langsam bekommen die dickeren Kuscheldecken wieder einen Platz auf dem Sofa, die schon längst verschollen geglaubten Strickpullis werden aus den Tiefen des Schrankes gezaubert und die gemütlichen Filmabende vor dem Fernseher gewinnen wieder an Bedeutung. 

Sobald die Regenwolken die etwas kältere Jahreszeit einläuten, gedeihen die kleinen Freunde des Waldes und wachsen zu ihrer vollsten Pracht heran: Gemeint sind die Pilze, die zu dieser Jahreszeit aus dem Boden sprießen. Denn Herbstzeit ist Pilzsaison, da sie gerne nach Niederschlägen und bei frischer Temperatur wachsen. Beim Pilze sammeln gibt es den ein oder anderen Tipp, die Sie beachten sollten, um eine Pilzvergiftung zu vermeiden. 

Wie “pflücke” ich die Pilze richtig?

Genau wie beim Sammeln von Blumen, sollten Sie auch die Pilze nicht mitsamt der Wurzel aus dem Boden reißen. Unterhalb der Erde befindet sich der größte Anteil des Pilzes, das sogenannte Myzel, welches beim Pflücken unverletzt bleiben sollte. Der über der Erde wachsende Teil des Pilzes lässt sich vorsichtig vom unteren Teil abtrennen. Ob Sie die Pilze abschneiden oder vorsichtig abdrehen, macht dabei keinen Unterschied. 

Und wann wachsen welche Pilze?

Steinpilze und Maronen lieben die Sommer- und Herbstmonate 

Steinpilze schmecken köstlich. Sie wachsen zwischen Juli und November in Wäldern. Der Steinpilz hat einen dicken, nach außen gewölbten Stiel und einen braunen Hut. Je älter der Pilz ist, desto stärker verfärben sich seine Röhren: Von einem hellen Ocker über Gelb bis hin ins Olivgrüne.

Auch die Marone wächst als Röhrenpilz im Wald. Ihr Hut ist etwas flacher und der Stiel etwas schlanker, als die des Steinpilzes. Die Röhren haben dabei eine weiß bis gelb-grünliche Färbung, die sich bei Druck ins blaue verfärbt. 

Nur im Winter wachsen Speise-Morcheln und Pfifferlinge nicht

Speise-Morchel wachsen schon in den Frühlingsmonaten April und Mai auf feuchten Waldwiesen. Sie lieben es dabei, ihre Hüte unter Eschen aufzuschlagen. Dabei verhalten sie sich mit einer Höhe von 3 bis 12 Zentimetern und ihrer grau-gelben Färbung unauffällig.


Pfifferlinge sprießen zwischen Juni und Oktober sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern aus dem Boden. Sie sind ebenfalls sehr unauffällige Genossen und wachsen bis zu einer Höhe von 3 bis 8 cm. Besonders gut gedeihen sie auf moosigen Untergrund und versprühen dabei einen fruchtigen Geruch, der etwas an Aprikosen erinnert.

Auch im Grünen lassen sich Pilze sammeln: Champignon und Parasol

Auf Obstwiesen und zum Teil sogar im Garten fühlen sich Wiesenchampignons und Parasolpilze wohl. Wiesenchampignons werden auch als Feldegerling bezeichnet und lassen sich an ihren hell- bis dunkelbraunen Lamellen erkennen, die nicht am Stiel angewachsen sind. Der Hut kommt auf einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter. Aber Achtung, hierbei ist Vorsicht gefragt: Der Champignon sieht dem giftigen Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich!


Der Parasolpilz wird auch gemeiner Riesenschirmling genannt - und das nicht ohne Grund. Mit einem bis zu 30 Zentimeter großer Pilzhut zählt er eher zu den größeren Pilzen. Mit einem verschiebbaren Ring ausgestattet, der als wichtigstes Unterscheidungskriterium zu anderen ungenießbaren Riesenschirmlingen gilt, wird der Stiel bis zu 40 Zentimeter hoch. Zudem sind die Lamellen weiß und der Hut genattert. So nennt man die dunklen Hautreste auf der Oberfläche des Schirms.

Interessant: Nutzen Sie bei der Pilzsuche keine Plastikbeutel, denn bei dem Wärmestau in der Tüte verderben die Pilze schnell. Beim Pilze sammeln, sollten Sie zudem darauf achten, nur für den Eigenbedarf zu sammeln. Denn da Pilze nach dem Sammeln zügig verarbeitet werden und Pilzgerichte zudem nicht aufgewärmt werden sollten, reicht meist eine kleinere Menge aus. 

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Doch Achtung vor Vergiftung

Gerade Anfänger und Anfängerinnen sollten beim Pilze sammeln auf der Hut sein und ein Bestimmungsbuch zur Hand haben. Denn bei Pilzen herrschen Verwechslungsgefahren, wie z.B. zwischen den Knollenblätterpilz (giftig) und dem Champignon (essbar). Der Knollenblätterpilz ist in Deutschland für bis zu 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Das Haupt-Unterscheidungskriterium sind die Lamellen: Denn im Gegensatz zum Knollenblätterpilz hat der Champignon niemals weiße Lamellen. 

Wichtig: Eine Pilzvergiftung ist ein akuter Notfall. Suchen Sie bei Verdacht immer umgehend einen Arzt oder eine Ärztin auf!

Pilzpfanne olé, so verwenden Sie die Ihre Ausbeute:

Je nach Sorte lassen sich die Pilze dünsten, braten oder als würzige Beigabe in einer Suppe verkochen. Große Exemplare, wie beispielsweise der Parasolpilz, stellen auch einen guten vegetarischen Schnitzelersatz dar. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und falls es doch mal etwas anderes sein soll, haben wir einige Produkte für Sie aufgelistet: 

Chaga, Pilz
Sojabrocken