Planetary Health Diet, Veganismus

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Planetary Health Diet vs. Veganismus

Für die Lebensmittelproduktion werden heutzutage ca. 40 Prozent der Landfläche und 70 Prozent des Süßwassers genutzt. Außerdem trägt die Lebensmittelindustrie zu 30 % der Treibhausgas-Emissionen bei. Eine drastische Änderung unserer Ernährung kann einen großen Beitrag zur Verbesserung dieser Missstände leisten. 

In einem unserer letzten Blogbeiträge haben wir Ihnen die Planetary Health Diet (PHD) näher gebracht. Doch lauscht man den Stimmen der Medien und großen Teilen der Gesellschaft, kann man einen Ernährungstrend wahrnehmen: der Veganismus.

Doch worin unterscheiden sich diese beiden Lebens- und Ernährungsweisen? Und wie kann die vegane Ernährung die Umwelt positiv beeinflussen? Wir bei Biotiva haben uns auf die Suche gemacht und sind diesen Fragen auf den Grund gegangen.


Definition des Begriffs "Veganismus"

Zur Abgrenzung von Planetary Health Diet und Veganismus bedarf es zunächst einer Definition. Hier wurde die PHD bereits genauer erläutert. Daher begrenzen wir uns hier nun auf die Auffassung der veganen Lebens- und Ernährungsweise. Der Begriff stammt aus dem Jahr 1944 von Donald Watson und seiner Verlobten Dorothy Morgan, den Gründern der englischen “Vegan Society”. Der Veganismus geht aus dem Wort “vegetarian” hervor. Die vegane Lebensweise ist die stärkste Form des Vegetarismus. Dabei werden auf tierische Produkte jeglicher Art verzichtet. Dies betrifft nicht nur das Essen und das Trinken, sondern auch weitere Lebensbereiche wie Kleidung und Kosmetik. Laut Studienergebnissen der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse gibt es in Deutschland im Jahr 2020 1,13 Millionen Menschen, die sich selbst als Veganer deklarieren.


Gummibärchen ja oder nein? Je nach Ernährung!

Vegan lebende Menschen essen kein Fleisch sowie keine tierischen Nebenprodukte, wie Milch, Eier oder Honig. Ebenso nutzen sie keine Artikel, bei denen in der Produktion tierische Produkte verwendet wurden.

Bei der PHD wird nicht komplett auf tierische Produkte verzichtet, sondern lediglich die Nutzung weitestgehend reduziert. “Mehr Pflanzen, weniger Tiere auf dem Teller”, lautet hierbei die Devise. Der Fleischkonsum wird demnach in etwa halbiert und der Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen verdoppelt. Zudem wird Weiß- durch Vollkornweizenmehl ersetzt. Auch dem Zucker sagt die PHD den Kampf an, denn dieser wird ebenso um die Hälfte reduziert. Somit landen Gummibärchen bei der PHD-Ernährung nicht im Einkaufswagen und die komplette Süßigkeitenabteilung kann getrost übersprungen werden.

Bei der veganen Ernährung hingegen gibt es keine Einschränkungen in Bezug auf Zucker oder Weizen. Laut Experten empfiehlt es sich jedoch, bei der vegane Ernährung, das Vitamin B12 zu substituieren. Bei der PHD-Ernährung entsteht hierfür kein Bedarf, da man ausreichend Vitamine zu sich nimmt.


Planetary Health Diet (PHD):
Begrenzter Verzehr von tierischen Produkten und Wertlegung auf biologische sowie qualitativ hochwertige Lebensmittel

Veganismus: 

Ganzheitlicher Verzicht auf tierische Produkte

Zum Wohl der Tiere, der Menschen und des Planeten

Beide Prinzipien verfolgen grundlegend das Ziel einer gesundheitsförderlichen Ernährungsweise für den Menschen sowie das Schützen der Umwelt. Die Motivation für die vegane Lebensweise basieren hauptsächlich auf ethische Gründe - vor allem auf das Recht des Tieres, auf Freiheit und Unversehrtheit. Im Gegensatz dazu war der Ausgangspunkt der PHD die Frage: “Wie können wir im Jahr 2050 eine Weltbevölkerung von zehn Millionen Menschen gesund satt bekommen – ohne dabei unseren Planeten zu zerstören?" Somit möchte die PHD-Ernährung zum einen die Gesundheit der Menschen fördern und zugleich Probleme wie Hungersnöte, Zivilisationskrankheiten und die Erderwärmung einzudämmen und unsere noch grüne Welt nicht über ihre Grenzen ausbeuten. Dafür ist Folgendes grundlegend:

  • die Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes

  • die Eindämmung der Hungersnöte und Zivilisationskrankheiten

  • die Erhaltung der Artenvielfalt

  • das Stoppen des Ausbaus von Ackerland

  • die Bekämpfung der Wasserknappheit

Planetary Health Diet (PHD):
Die Gesundheit des Menschen und 

der Umwelt in Einklang bringen.

Veganismus: 

Die Gesundheit des Menschen und den Schutz des Tierwohls stehen an vorderster Stelle

Weiter gedacht

Zudem beschränkt sich die vegane Lebensweise nicht nur auf die Ernährung, sondern geht auch in andere Lebensbereiche über. Das Tierwohl spielt somit in vielen Bereichen des Konsums eine Rolle. Im Badezimmer verwendet man bei der veganen Lebensweise ebenfalls beispielsweise Shampoos und Bodylotions ohne tierische Inhaltsstoffe bzw. tierversuchsfreie Kosmetika. Die Reinigungsmittel im Schrank sind vegan und es wird den Tieren zuliebe auf Besuche in Tierparks oder Zoos verzichtet. Doch auch bei der PHD haben Forscher: innen nicht nur Essgewohnheiten im Blick. Denn es spielt auch die Lebensmittelproduktion und -verschwendung eine große Rolle. Auch diese müssen nachhaltig und aus dem Umweltschutzgedanken heraus ganzheitlich durchgespielt werden. Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie müssen langfristig schonender mit Ressourcen umgehen, um das Leben (auf) der Erde zu erhalten.

Planetary Health Diet (PHD):

Lebensmittelproduktion und -verschwendung sowie der Umweltschutzgedanke stehen an vorderster Stelle

Veganismus: 

Weitere Bereiche des Konsums sind nachhaltig 

und ohne tierische Produkte

PHD im Alltag

Sie möchten wissen, wie sich PHD und Veganismus im alltäglichen Leben vereinbaren können? Der YouTube Kanal von Quarks hat die PHD-Ernährung eine Woche lang mit den beiden Probanden Patricia (Veganerin) und Tizian (Fleischesser) getestet:

Quelle: Youtube/Quark