Marokko, Tee, Zeremonie

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Reisen, Marokko, Tee & Minze

Marokko ist ein Land in Nordafrika und eines von drei Ländern (Spanien und Frankreich), das gleichzeitig an der Atlantikküste und dem Mittelmeer grenzt. Alte Legenden leiten das Wort ‘Marokko’ von der berberischen Sprache ‘Amerruk’ ab, was soviel bedeutet wie ‘Heiliges Land’. ‘Morocco’ (engl. für Marokko) geht aus den spanischen und portugiesischen Wörtern Marruecos und Marrocos hervor.

Marokko beeindruckt nicht nur mit besonderen Kulturschätzen, wie dem spektakulären Atlasgebirge und den imposanten Sanddünen der West Sahara, sondern auch mit seiner Gastfreundschaft und der traditionellen Teezeremonie. Bei diesem besonderen Ritual werden Gäste willkommen geheißen, Geschäftsverträge abgeschlossen und heilige Feste gefeiert.

Weltweit hat jedes Land eine eigene Teekultur und Teerezepte. Einige davon sind weltberühmt, andere eher weniger bekannt. Die marokkanische Teezeremonie ist jedoch nicht nur ein Teekultur Ereignis an sich, sondern bietet viele Vorteile für den Körper und Geist!

Waren es die Phönizier im 12. Jahrhundert oder die Engländer im 18. Jahrhundert, die den grünen Tee nach Marokko gebracht haben? Egal, denn die Marokkaner übernahmen mit Freude das leckere Heißgetränk und verfeinerten es je nach Region mit Minze, Salbei, Thymian und Zitronenverbene. Bis heute gilt der süße Minztee als Nationalgetränk. Frische Minze wird in Marokko auch gerne als Gewürzkraut in Speisen verwendet und als natürliches Insektenabwehrmittel in Büscheln aufgehängt.

Stellt sich die Frage, warum man in einem solch warmen Land wie Marokko heißen Tee genießt. Die Berber glaubten, dass der Körper sich bei hohen Außentemperaturen und eiskalten Getränken extrem anstrengen muss, um diese auf Körpertemperatur zu erhitzen. Dementsprechend wird mehr Energie verbraucht und mehr geschwitzt. Deshalb trinken die Marrokaner heute noch heißen (!) Tee. Ein natürlicher kühlender Effekt wird durch die Minze hervorgerufen. Wohingegen im Winter der heiße Tee den Körper angenehm wärmt.

Auch bei uns in Deutschland steht der Sommer vor der Tür und es wird mehr Flüssigkeit getrunken. Warum also nicht heißen Minztee?


Die marokkanische Teezeremonie

Aber wie läuft nun eine solche Teezeremonie ab?

Traditionell bereitet der Herr des Hauses den Tee vor. Vor ihm steht ein Tablett mit verzierten bunten Gläser und ein bis zwei Messing-Teekannen. Außerdem frische Minzblätter (oder andere Kräuter), chinesischer grüner Tee (Gunpowder), Zucker und kochendes Wasser. Zuerst werden die orientalischen Teekannen mit heißem Wasser ausgespült. Die getrockneten Teeblätter werden in die Teekannen gelegt und mit etwas kochendem Wasser gereinigt, dann wird dieses Wasser erneut abgegossen. Nun kommt der Zucker hinzu, welcher wiederum mit frischem kochendem Wasser übergossen wird. Der Tee muss einige Minuten ziehen bevor er umgerührt wird. Dann gießt der Hausherr den Tee in die Gläser. Sehr beeindruckend und sehr gekonnt aus 30 cm Höhe!

Während die Gäste das erste Glas Tee trinken, werden die Teekannen vom Hausherrn bereits erneut mit Teeblättern und Zucker gefüllt und danach kommt wieder eine Handvoll frischer Minzblätter und heißes Wasser hinzu. Diese zweite Teekanne ist besonders lecker, denn diese duftet kräftig nach Minze und ist äußerst süß.

Interessant: Der Tee ist erstaunlich süß und doch beinhaltet er weniger Zucker, als erwartet. Die Zuckermoleküle spalten sich durch das zweimalige Aufkochen auf und schmecken somit intensiver.

Aber die Teezeremonie muss hier nicht enden. Wie in der Sahara üblich, wird bereits eine dritte Teekanne aufgekocht. Denn in Marokko feiert man gerne eine lange Tee Zeremonie (die aber nie langweilig wird!). Ein wahrer Teegenuss wie im verwunschenen Reich der tausendundeiner Nacht.


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