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Reisen, Iran & Tee

Die iranische Kultur ist eine der ältesten weltweit und hat Kulturen wie Italien, Mazedonien, Griechenland, Russland, die arabische Halbinsel und Teile Asiens beeinflusst. Der Iran ist auch als "Persien" bekannt und stand einst unter dem starken Einfluss Großbritanniens und Russlands.
Im Jahr 1935 forderte die iranische Regierung jedoch, dass alle Länder, mit denen sie diplomatische Beziehungen pflegten, das Land bei seinem persischen Namen, Iran, nennen sollten. Es wird vermutet, dass der iranische Botschafter in Deutschland diese Änderung vorgeschlagen hat, um zu signalisieren, dass der Iran sich aus dem Griff der Briten und Russen befreit hatte.
Durch seine geografische Lage verbindet der Iran den Osten mit dem Westen. Die lange Geschichte und das riesige Gebiet haben zu erstaunlich unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, kulturellen Attraktionen und Naturlandschaften geführt. Mit dem Kaspischen Meer im Norden, dem Persischen Golf und dem Oman im Süden, ist der Iran ein ideales Ziel für alle Natur- und Abenteuer Liebhaber, die von verschiedenen aufregenden Erlebnissen wie Klettern, Canyoning, Skifahren, Meeres Aktivitäten und Safaris träumen. Iran hat heute 22 UNESCO-Kulturerbestätten, eine UNESCO-Naturerbestätte, sowie 13 immaterielle Kulturerbestätten. Kaum einer weiß, dass es auch eines der besten gastronomischen Reiseziele für  begeisterten Feinschmecker ist.

Eine kurze Geschichte des persischen Tees

Die Geschichte der persischen Teekultur beginnt Ende des 15. Jahrhunderts. Davor war das persische Landesgetränk Kaffee. Die meisten Kaffeeanbauländer waren jedoch weit von Persien entfernt, was den Transport sehr kostspielig und schwierig machte. Zu dieser Zeit war China ein wichtiges Teeanbauland und lag an einem viel näheren Handelsweg, der Seidenstraße, was den Transport sehr erleichtert hat. Das war der Hauptgrund, warum der Tee in Persien immer beliebter wurde.

Erst 1889 begannen die Perser ihren eigenen Tee anzubauen. Möglich wurde dies durch Mohammed Milza, der, nachdem er eine Zeit lang in Indien gelebt hatte, mit 3.000 Setzlingen aus Nordindien nach Persien zurückkehrte. Er initiierte den Teeanbau in Persien im Giran, südlich des Kaspischen Meeres. Die Tee Industrie breitete sich rasch in den Regionen Mazandaran und Giran aus, und 1934 wurde die erste moderne Teefabrik errichtet. Im Jahr 1935 war Persien ein altes Königreich, das in den heutigen Iran eingegliedert wurde.
Heute gibt es über 107 Teefabriken und insgesamt 32000 ha Teeplantagen. Das gebirgige Klima im nördlichen Teil des Iran wirkt sich stark auf den Geschmack des Tees aus. Auf diesen Farmen wird eher ein orthodoxer schwarzer Tee produziert, wie er auch in Darjeeling hergestellt wird. Der Tee hat beim Aufbrühen eine charakteristische tief rotbraune Farbe, die man je nach Geschmack mit heißem Wasser verdünnen kann.
Der iranische Tee ist eine der hochwertigsten Teesorten weltweit und bei seinem Anbau werden keine Pestizide eingesetzt. Schwarzer, grüner, weißer und Oolong-Tee werden alle vor Ort verarbeitet und stammen von derselben Teepflanze, aber der Zeitpunkt der Ernte und die Verarbeitung unterscheiden sich bei diesen vier verschiedenen Teesorten.

Die meisten Iraner bevorzugen eine stärkere Variante des Tees, andere wiederum trinken ihn pur, ohne Zucker oder Milch hinzuzufügen. Wegen seines überwältigend starken Geschmacks fügen einige jedoch ein wenig Zucker hinzu, um den Tee zu verfeinern. Die traditionelle persische Methode besteht darin, einen Zuckerwürfel zwischen die Zähne zu legen und den Zucker beim Schlürfen des Tees schmelzen zu lassen.


Was die Zubereitung angeht, so wird iranischer Tee auf eine etwas andere Weise zubereitet.

  • Gib zwei Esslöffel Tee in die Teekanne.

  • Fülle nun die Teekanne mit kochendem Wasser und leg  den Deckel darauf.

  • Lasst den Tee 15 Minuten lang bei schwacher Hitze ziehen.

  • Es ist Zeit, den frischen persischen Tee zu genießen.

  • Gieß ihn vorsichtig in eine Tasse, damit sich keine Luftblasen an der Oberfläche bilden. Magst Du ihn nicht so stark, verdünne ihn etwas mit Wasser.

Der Tee wird traditionell auch mit anderen Gewürzen, wie Rosenwasser, grünem Kardamom, Zimt, Safran, Koriander und Nelken aromatisiert. Tee kann mit Schokolade, Datteln, Rosinen, Kuchen, Gebäck, Keksen und anderen Süßigkeiten serviert werden. “Nabat" sind Zuckerkristalle an einem Stab, die man in der Teetasse umrühren kann.

Mit verschiedenen Chai-Sorten wie Paani Kam (extrem stark) und Kashmiri Chai (Gunpowder-Tee,Milch und Backpulver -  wenn er lange zieht bekommt er eine rosa Farbe) hat der iranische Tee seit Jahrhunderten die Geschmacksnerven begeistert. Seine einzigartige Kultur und Geschichte, seine Zubereitungsmethoden und Trinkgewohnheiten unterscheiden ihn von allen anderen Teesorten auf der Welt.
Im Jahr 2016 wurden insgesamt 31.200 Tonnen getrocknete Teeblätter produziert. Generell steigt die Nachfrage nach Tee im Iran, und die einheimischen Bauern sind nicht in der Lage, die Nachfrage zu befriedigen, was zu Importen aus anderen Ländern geführt hat.
…wir alle sind auf der Suche nach der großen Tasse Tee, die wir Iraner am besten zubereiten, aber nur in unserer Erinnerung schmecken können - klar, knackig, brillant und getrennt vom Wasser. Das Wasser war nicht Teil des Tees, es war nur dazu da, die richtigen Essenzen zu extrahieren und sie auf die neutralste Weise weiterzugeben.
Unbekannter Autor