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Gehören Fado, Portwein und Korkeichen zu den Tees?

Portugal spielte eine führende Rolle im Handel mit dem Fernen Osten, nachdem Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte. Die Portugiesen brachten aus dem Orient die getrockneten Blätter einer Pflanze namens Caméllia sinensis mit.


Tee war den Europäern bis zum 16. Jahrhundert noch unbekannt. Durch den Portugiesen wurde der Tee erstmals in Europa bekannt. Im Jahr 1569 erwähnte ein portugiesischer Missionar die Teepflanze Caméllia sinensis in seinem Brief an den portugiesischen König, seit dem ist Chá das typische Getränk in Portugal. Die Portugiesen nannten ihn Chá, weil das chinesische Schriftzeichen für "Tee" als Cha (vom Mandarin-Wort für "Ernte") gelesen werden kann. Bis heute wird "Tee" auf Portugiesisch "chá" genannt.


Portugiesische Händler schickten, in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts, Tee von der Insel Macao (portugiesische Kolonie in China) nach Portugal. Die portugiesische Prinzessin Catharina von Braganza führte das Getränk 1662 am englischen Hof ein, als sie Charles II heiratete. Die Einführung des "5 o'Clock Tea", wie wir ihn heute kennen, ist unbestreitbar ihr zu verdanken. 


Professor Jin Guoping, Forscher an der Jinan-Universität in Guangzhou, bezeichnete Macau als Geburtsort der portugiesischen Teekultur in einem Artikel der im Januar 2017 im Journal of Macau Studies erschien.In Portugal gibt es die ältesten (und eine der wenigsten) Teeplantagen Europas. Das Klima auf dem europäischen Festland ist nicht ideal für Teepflanzen, das Klima auf den Azoren hingegen schon. Die portugiesische Inselgruppe im Nordatlantik, die etwa 1.500 km von Lissabon und etwa 3.900 km von der Ostküste Nordamerikas entfernt liegt, wurde im Jahr 1427 von den Portugiesen entdeckt und um 1439 besiedelt. Es stellte sich heraus, dass das feuchte subtropische Klima der Inseln und die sauren vulkanischen Böden perfekte Wachstumsbedingungen für eine Vielzahl von Pflanzen boten. Zwei Chinesen aus der damaligen portugiesischen Kolonie Macao halfen bei dem Anbau, der Ernte und der Verarbeitung von Tee und waren am Aufbau eines kommerziellen Teeanbaus beteiligt. So wurde das Unternehmen Gorreana Tea 1883 gegründet und es wird noch heute von den Nachkommen der ursprünglichen Besitzer auf der Insel São Miguel betrieben. 

Doch was macht den Tee so besonders? 


Abgesehen von der sauberen, reinen Luft auf den Inseln werden weder Pestizide, Herbizide noch Konservierungsstoffe verwendet. Er ist also zu 100 % biologisch. Auf den Azoren werden zwei Teesorten produziert: Schwarzer Tee (mit den Sorten Orange Pekoe, Pekoe und Broken Leaf) und Grüner Tee. Die Erntezeit ist von April bis September. Preislich kann der Tee von den Azoren aber nicht mit dem Tee aus Indien oder Sri Lanka mithalten.


Eine portugiesische Legende besagt, dass die Truhen, die Katharina von Braganza aus Portugal mitgebracht hat, die Aufschrift “Transporte de Ervas Aromáticas” (dt. Transport von aromatischen Kräutern) trugen - später abgekürzt zu T.E.A., woraus sich die heute verwendete englische Schreibweise ergeben hatte.

Schwarzer Tee

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Schwarztee

Dieser Tee ist stark oxidiert und im Allgemeinen stärker im Geschmack als andere Tees. Viele der Wirkstoffe in schwarzem Tee entwickeln sich nicht bei Temperaturen unter 90 °C. Daher wird schwarzer Tee im Westen in der Regel mit Wasser aufgegossen, das nahe dem Siedepunkt (etwa 99 °C) ist.


Für die Herstellung von Schwarzem Tee werden die Blätter gewelkt und mehrfach gewickelt, wodurch das Gewebe der Pflanze teilweise zerdrückt wird. Danach werden sie der Luft ausgesetzt und durchlaufen einen langsamen natürlichen Prozess der Oxidation, Fermentation und Trocknung. Bei der Ernte des Tees werden die Pflanzentriebe gepflückt, wenn die Triebe mindestens drei Blätter haben. Jedes Blatt ergibt einen anderen Tee mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Aromen. In der Teeindustrie wird die Qualität des Tees nach dem Zustand der Teeblätter selbst eingeteilt. Die höchsten Qualitäten werden als "Orange Pekoe" und die niedrigsten als "Fannings" oder "Staub" bezeichnet. Die Blätter der Teepflanze haben unterschiedliche Größen, und die kleineren Blätter sind wertvoller als die größeren. Auf den Azoren findet man "Orange Pekoe"-Tee von höchster Qualität. Ähnlich wie der indische Orange Pekoe wird er von Hand verarbeitet um die bestmögliche Behandlung der Blätter zu gewährleisten. Er gehört zu den besten Tees der Welt. 


Schwarzer Tee sollte am Morgen getrunken werden, da er kräftiger und energiereicher ist.

Grüner Tee

Es handelt sich um eine Teesorte, die nicht denselben Welk- und Oxidationsprozess durchläuft, wie schwarzer Tee. Nach dem Pflücken werden die zarten Blätter sortiert und gereinigt und je nach Grüntee entweder gedämpft oder gebraten und dann auf Schalen getrocknet.

In Regionen der Welt, in denen milde Getränke bevorzugt werden, wird grüner Tee in Wasser mit einer Temperatur von 80 bis 85 ºC aufgegossen. Für die Herstellung von grünem Tee werden die Blätter mit Dampf sterilisiert, gerollt und anschließend getrocknet. So entsteht ein gerbstoffreicher Tee mit intensivem Geschmack und grüner Farbe.


Grüner Tee eignet sich am besten als Verdauungsgetränk oder nach schweren Mahlzeiten.

Gruentee

Rezept

Der portugiesische Milchtee ist eine sehr beliebte und traditionelle Art, den Tee mit einem zusätzlichen Geschmack und Duft zu genießen. Ob mit grünem oder schwarzem Tee, Chá com Leite ist sehr gesund. Probieren Sie es aus :

Zutaten pro Tasse

  • 1/2 Tasse Milch

  • 1 Teelöffel Zimt

  • 1/2 Teelöffel Muskatnuss

  • 2 Esslöffel Honig

  • 1 Teelöffel losen grünen oder schwarzen Tee

Zubereitung

  • Bereiten Sie den Grün- oder Schwarztee zu.

  • Die Milch, den Honig, die Muskatnuss und den Zimt in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen

  • Sobald die Mischung eine gleichmäßige Konsistenz erreicht hat, fügen Sie sie dem Tee in einer Tasse hinzu

  • Servieren und genießen

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