Bild: Shutterstock, Biotiva

So haben wir in 2021 gegessen

Die Corona-Pandemie prägt unseren Alltag nun maßgeblich seit fast zwei Jahren. Damit einher haben sich auch unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten geändert. Doch prägt dies auch unser Konsumverhalten und unsere Lebensweise?
Jährlich betrachtet die aus Österreich stammende Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrendforscherin Hanni Rützler die aktuellen Food-Trends und analysiert diese auf ihre Aktualität und Gültigkeit. Wir haben für Dich zusammengefasst, was Rützler rausgefunden hat und stellen Dir die prognostizierten Essenstrends für 2022 vor.

Soft Health

Frisches Obst erfuhr nach Teigwaren und Konserven in der Pandemie einen deutlichen Aufwind. Auch Lieferdienste, darunter vor allem Frischobstlieferungen von Bio-Bauernhöfen und lokalen Gärtnereien wurden immer beliebter. Die Nachfrage ist in Deutschland und Österreich im Zuge der Corona-Krise massiv angestiegen – manche Anbieter sprechen von 50 bis 60 Prozent. Dies ist u.a. auf das deutlich veränderte Kochverhalten zurückzuführen und zeigt den anhaltenden Trend hin zu mehr Soft Health. Im Foodreport 2015 erstmals von Soft Health die Rede und basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis von gesunder Ernährung. Anstatt einzelne Produkte oder Inhaltsstoffe, wie Zucker, Fett oder Salz als ungesund zu deklarieren, geht es bei dieser Ernährungsweise um die Werte Ausgewogenheit sowieVielfalt und um Speisen mit einem hohen Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukten.

Der Tag in Snackeinheiten

Die frühere Trennung des Tages in die Strukturierung in drei Hauptmahlzeiten “Frühstück”, “Mittagessen” und “Abendessen” gehört der Vergangenheit an. Denn die flexible Arbeits- und Lebenswelt sorgt für eine Aufweichung dieser Struktur. Vor allem Vertreter der neuen urbanen und mobilen Mittelklasse läuteten damit das Ende der Mahlzeiten (wie wir sie kennen) ein – und legten ein immer flexibleres, spontaneres und individuelleres Essverhalten an den Tag: “Snackification”. Somit setzt sich das moderne Essverhalten aus einzelnen, gesunden Mini-Mahlzeiten (auch „Mimas“ genannt) zusammen. Genau wie die Arbeit im Home-Office ist Essen nicht mehr an Ort und Zeit gebunden. Es kann spontan und je nach Appetit erfolgen. Besonders gut zum Snacken und Kombinieren sind dabei Tapas, Mezze oder Bowls. Auch Anhänger:innen einer vegetarischen Ernährungsform oder clean-eating Fans kommen hierbei auf ihre Kosten.

All homemade

Kaum läuten die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ein, sieht man sie in ihren Gärten werkeln: Die Hobby-Gärtner:innen. Und hast vielleicht auch Du im Sommer Deinen grünen Daumen entdeckt? Dann bist Du nicht die/der Einzige: DIY-Food und Urban Gardening erleben gerade einen Boom. Immer mehr Menschen nutzen ihren heimischen Balkon, um dort Obst oder Gemüse anzubauen und auch der Schrebergarten, Nutzgartenprojekte oder gemeinsame Hochbeete in den Großstadt Innenhöfen erfahren ein hippes Come-Back.


Du möchtest auf Deinem heimischen Balkon Kräuter und Gemüse selbst anpflanzen und wissen, wie man diese richtig trocknet? Dann haben wir die passenden Blogbeiträge für Dich:

Ghost Kitchens

Lockdowns und Schließungen der Gastronomie haben zur Folge, dass mehr zuhause gekocht wird oder per Lieferdienst und Take-aways bestellt wird. Auch Ghost Kitchens erleben einen Aufschwung. Das sind Küchen, die nur ausliefern und keine Gäste empfangen. Sie sind meist in großräumigen, leerstehenden Gebäuden oder Containern untergebracht, denn das spart den Restaurants bei gleichbleibender kulinarischer Qualität einige Kosten. So kann die Gastronomiebranche zudem Social Distancing reagieren.


Gleichzeitig wird prognostiziert, dass in Restaurants in Zukunft mehr Wert auf die Aufenthaltsqualität gelegt wird. Mit den ersten Lockerungen wurde der Restaurantbesuch eine Besonderheit und zum Luxus-Erlebnis.

Essen erleben

Immer mehr Menschen wollen Lebensmittel nicht nur „verbrauchen“, sondern „erleben“.Viele Produzentinnen mit neuen Angeboten, um ihre Handwerk sinnlich erlebbar zu machen und die Qualität ihrer Erzeugnisse anschaulich zu vermitteln. Das beginnt für Konsumenten beim Einkauf auf dem Wochenmarkt, beim Bäcker, Metzger oder in Feinkostläden, wo sie reden, riechen, probieren oder die Atmosphäre der Produktionsstätte einfangen können. Und es reicht bis zur Teilnahme an Back-, Wurst- und Käseworkshops, bei denen man selbst tätig werden kann. In Zeiten der Pandemie sind auch Getränke-Tastings, Online-Back-Workshops und Kochanleitungen geboomt.

Regionalität gewinnt an Bedeutung

“Der vermehrte Konsum regionaler Lebensmittel und die Reorientierung an regionalen Speisen und Rezepturen sind die Trend-Antwort auf die Globalisierung unseres Ernährungssystems und die damit einhergehende Anonymisierung der aus aller Welt stammenden Nahrungsmittel.”, so Rützler für das Zukunftsinstitut. Regionalität, Soziales und Qualität sind die hier zu nennenden Werte, die oft zudem mit biologischen Lebensmitteln assoziiert werden. Was wir bei Biotiva schon seit immer verinnerlicht haben, erleben wir gerade in der Krise als verstärkten Trend. Vor allem Landwirte und innovative regionale Gemüsebetriebe sprechen nun mit Online-Services und Direct-Delivery ihre Kunden an.

2022 im Zeichen von New Normal

Vor allem der Wert der Gesundheit rückt durch Corona in den Vordergrund. Gesundheit wird in diesem Kontext oft als Synonym für ein gutes Leben genannt. Ein ausgewogenesund gesundes Leben erfordert auch eine gute, also „gesunde“ Umwelt. Unser Ernährungssystem und unsere Lebensmittelproduktion haben immensen Einfluss auf die Umwelt – und damit mittelbar auch Auswirkungen auf unsere individuelle Gesundheit. E-Food, Vegourmets, Local Excotics und Real Omnivore werden als aufstrebende Trends prognostiziert. Wir sind gespannt, was 2022 bringt und halten Dich auf all unseren Kanälen auf dem Laufenden.




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